Fahrradhelm

Stiftung Warentest: Im Leben ist alles relativ. Die Stiftung Warentest beweist das aufs Neue recht eindrucksvoll mit einem eben veröffentlichten Test von 18 Fahrradhelmen.
Mal wieder geht ein Aufschrei durch die Medien, dessen Tenor lautet „Oh mein Gott, Fahrradhelme sind doch nicht so sicher, wie bisher gedacht.“

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Ist es nicht kontraproduktiv in Sachen sicheres Radfahren, wenn beispielsweise Spiegel-Online titelt „Viele Helme bieten zu wenig Schutz“. Dabei kam der ADAC erst im Frühjahr bei einem Test von zwölf (teilweise identischen) Fahrradhelmen zu dem widersprüchlichen Ergebnis, dass Fahrradhelme heutzutage überwiegend gute Sicherheit böten (8 x gut und 4 x befriedigend – Velomotion berichtete). Für die identischen Helmmodelle in beiden Tests kamen ADAC und Stiwa übrigens teilweise zu erheblich unterschiedlichem Ergebnis – siehe unten.

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Die Stiftung Warentest (Stiwa) nahm eine erhöhte Zahl an Kopfverletzungen im Bereich von Stirn und Schläfe zum Anlass ihr eigenes Testverfahren zu überarbeiten und auszuweiten. Die Dauer eines Stoßes aufs Gehirn sowie die Drehbewegung des Kopfes seien mit dem neuen Hybrid-III-Prüfkopf messbar.

Bis auf ein Modell (Nutcase Street Gen3) sind alle Helme im Test bei der Unfallprüfung befriedigend oder sogar schlechter. Kein gutes Zeugnis, klar. Die Frage, die sich allerdings stellt ist: Kann es den Helm, der mit sehr gut abschneidet überhaupt geben? Bietet letztlich nicht nur ein Integralhelm, wie auf dem Motorrad optimalen Schutz? Wobei dieser einen Test aber auch nicht gewinnen kann, weil er logischerweise durch Defizite bei Belüftung und Tragekomfort empfindlich abgewertet würde.

So scheint es fast logisch, dass die Vollschalen-Helme von Nutcase und Melon noch am besten aus dem Test hervor gehen. Löbliche Ausnahme, der KED Crome, der ebenfalls mit der Gesamtnote 2,5 abschließen kann, optisch aber noch nah an einem klassischen Radhelm dran ist.

Überhaupt, die Auswahl der Testmodelle. Es kann sich dabei unmöglich um einen Querschnitt über die im deutschen Fachhandel erhältlichen Fahrradhelme handeln.

Sieben (!) Modelle, die man unter dem Oberbegriff Schalenhelm zusammenfassen könnte; Helme, deren Optik stark angelehnt ist an die Helme von Skateboardern oder BMX-Fahrern.

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Kein einziger Helm ist jedoch dabei, den ernsthaft ein sportlicher Rennradfahrer tragen würde. Das macht etwas stutzig, da der Aufmacher der Story ein rennradelnder Stiwa-Redaktionskollege ist, der auf Mallorca gestürzt war. Den Helm, den der seitenfüllend gerade anlegt sucht man im Test vergebens (ein Catlike Kompact’o übrigens).

Zweimal dabei ist dafür der Giro Sutton – einmal „normal“ und einmal als „Mips“-Variante. Erstaunlich, dass beide mit der Note 3,2 abschneiden, sich im Preis aber um 20 Euro unterscheiden.

Wie die Stiwa im veröffentlichten Artikel mehrmals betont, auch wenn kein Helm mit sehr gut abschneidet, so ist das Tragen eines Helmes in jedem Fall IMMER besser als keinen zu tragen. Medizinische Institute in München und Münster untersuchten Unfälle mit 534 verletzten und 117 getöteten Radfahrern. Ergebnis war unter anderem die Erkenntnis, dass das Risiko tödlich zu verunglücken nicht nur mit der Fahrgeschwindigkeit steigt, sondern auch mit zunehmendem Alter des Fahrers – wenn dieser ohne Helm unterwegs ist. Von den 117 verunglückten Radlern verstarb die Hälfte in Folge eines Schädel-Hirn-Traumas.

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Lediglich sechs der 117 trugen einen Helm – keiner dieser sechs Fahrer starb an den Folgen einer Kopfverletzung!

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