Fahrradschloss

Brutal oder intelligent

Die Anforderungen für ein gutes test-Qualitäts­urteil sind hoch. In den Test­labors sind drei Prüfer vor allem „fürs Grobe“ zuständig und gehen mit Bolzen­schneider, Säge und anderen Werk­zeugen brutal zur Sache. Sie suchen gezielt nach Schwach­punkten – genau wie erfahrene Fahr­raddiebe, die es auf hoch­wertige Räder abge­sehen haben.

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Abus-fahrradschloss

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Ein anderer Experte konzentriert sich auf seine geschickten Hände und versucht, den Schließ­mecha­nismus intelligent zu über­listen – auch mit Hilfe professioneller Werk­zeuge. Mess­geräte liefern genaue Daten, etwa zur exakten Schneid­festig­keit der verwendeten Kettenglieder. Von jedem Modell werden mindestens zehn Exemplare getestet – insgesamt müssen also über 300 Schlösser in den Härtetest.

Thema Fahr­radschlösser

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Kein Fahr­radschloss bietet absolute Sicherheit. Doch Fahr­raddiebe stehen unter Zeit­druck. Je länger sie auffällig mit Werk­zeugen hantieren, desto höher ist ihr Risiko, ertappt zu werden. Aufbruchs­versuche sind zudem enorm anstrengend. An hoch­wertigen Schlössern verzweifeln Diebe früh­zeitig und kapitulieren entnervt. Im Ideal­fall lassen sie sich sogar von vorn­herein abschre­cken. Bei den Tests tickt immer die Stopp­uhr: Für jeden Knack­versuch stehen exakt 180 Sekunden zur Verfügung. Ob oder wie schnell ein Schloss zu knacken ist, macht die Unterschiede aus. Beur­teilt wurde auch der Schwierig­keits­grad.

Von den Falt- und Kettenschlössern sind nur zwei gut

Welches Schloss sich wie öffnen lässt, bleibt das wohl­gehütete Geheimnis der Stiftung Warentest.

Die Unter­suchung soll den Radlern dienen, nicht den Dieben.

Im Vergleich erweisen sich Bügelschlösser als am widerstands­fähigsten. Doch auch in dieser Gruppe fand sich eines, das bei einzelnen Knack­versuchen keine drei Minuten standhielt. Flexibler und weniger sper­rig sind Falt- beziehungs­weise Kettenschlösser. Hier erzielten lediglich zwei Produkte – je ein Falt- und ein Ketten­schloss – gute test-Qualitäts­urteile.

Schad­stoffen auf der Spur

Wer zum Fahr­radschloss greift, sollte sich nicht sorgen müssen, mit Schad­stoffen in Berührung zu kommen.

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Einige Modelle sind in dieser Hinsicht unsichere Kandidaten. So entdeckten die Chemiker in den Kunst­stoff­beschichtungen von vier Bügelschlössern große Mengen des problematischen Weichmachers Dietylhex­ylph­thalat (DEHP). Über Haut­kontakt kann diese Chemikalie in den menschlichen Organismus gelangen und repro­duktions­toxisch wirken, also die Frucht­barkeit beein­trächtigen.

Unterschiedlich halt­bar

Die auf Dauer größten Feinde einer Fahr­radsicherung sind neben Dieben auch Dreck, Rost und verbogene Schlüssel. Die Tester über­prüften die Stabilität der Schlüssel und kontrollierten, ob sie im verbogenen Zustand noch funk­tionieren. Das klappte nicht immer. Auch gegen das Eindringen von Schmutz sind die Schließ­zylinder unterschiedlich gut geschützt. Ein Ketten­schloss kann so stark rosten, dass der Schließ­mecha­nismus versagt.

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Geschmacks­sache

Einzelne Schlösser lassen sich verriegeln, ohne den Schlüssel zu verwenden. Motto: Einfach zusammen­stecken – und zu ist es. Diese Eigenschaft fließt allerdings nicht in die Bewertung ein. Einige Nutzer schwören auf diese Technik und finden sie praktisch. Andere Radler sehen das Risiko abzu­schließen, auch wenn der Schlüssel versehentlich zuhause liegen gelassen wurde.

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