Trekkingrad

Wer sein Fahrrad nicht nur gelegentlich für kurze Strecken bei Schönwetter, sondern für den täglichen Weg ins Büro und für längere Urlaubstouren nutzt, ist gern bereit, dafür mehr Geld auszu­geben.

Teurer nicht gleich besser

Sicherheitsmängel: Beim teuren Simplon-Rad brach der Lenker bereits nach 5000 Kilometern (links). Beim Stevens brach der Gabelschaft nach 14000 Kilometern (rechts), außerdem sind seine Bremsen nur „ausreichend“.

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Entsprechend wählten wir 15 Trekkingräder aus, die mit etwa 1 000 Euro doppelt so teuer sind wie jene, die wir vor zwei Jahren geprüft haben. Wer nun glaubt, dass ein doppelt so teures Rad entsprechend länger hält, ist auf dem Holzweg. Vier gebrochene Lenker, einer davon schon nach 5 000 Kilome­tern, eine gebrochene Gabel nach 14 000, ein Vorbauanriss nach 15 500, ein Rahmenanriss nach 15 600 Kilometern und unsichere Bremsen bei drei

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Modellen sprechen eine andere Sprache. Diamant, Giant und Stevens wurden in der Sicherheit mit „ausreichend“ bewertet, weil die Wirkung der Bremsen bei nassen Bremsbelägen recht gering war, während sie mit trockenen Belägen sehr heftig zubissen.

Nur drei fahren „gut“ ins Ziel

Rollenprüfstand mit Holperleisten: Mit 12 bis 18 Kilometern pro Stunde und mit Beladung musste jedes Rad hier 480 Kilometer laufen. Das entspricht einer vielfach höheren Fahrstrecke im normalen Fahrbetrieb.

Am besten bremsten die Räder von Kalkhoff, KTM und Hercules.

Während die anderen beiden das Rennen „gut“ beendeten, verpasste das Hercules-Rad diese Gesamtnote. Denn bergab neigte es zum Flattern, was sich bei Beladung mit rund 8 Kilogramm auf dem Gepäckträger noch verstärkte. Das Rad von der VSF-Fahrradmanufaktur neigte bergab sogar so stark zum Flattern, dass es diesen Prüfpunkt nur „mangelhaft“ absolvierte. Insgesamt war das Staiger das dritte „gute“ Rad, obwohl auch die Guten den Dauertest auf dem Rollenprüfstand nicht völlig schadlos überstanden. Die Prüfer notierten Defekte an Glocken, Schutzblech und Gepäckträger.

Zwei Frauen und sechs Männer fuhren in unserem Auftrag ausgiebig auf Landstraßen und Feldwegen, bergauf und bergab, beurteilten die Räder anhand detaillierter Fragebögen. Ergänzend zum Praxistest wurde jedes Rad im Prüflabor in die Mangel genommen.

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Sicherheitsrelevante Baugruppen wie Rahmen, Gabel, Lenker und Sattelstützen wurden so belastet, wie es einer Nutzung von über 24 000 Kilometer entspricht. Auch die Laufräder und Gepäckträger müssen einer Dauerbelastung standhalten, das Licht muss die Fahrbahn gut ausleuchten und die Bremsen müssen ordentlich zupacken.

Weniger ist manchmal mehr

Der höhere Preis kommt durch hochwertigere, leichtere Bauteile zustande, die das Gesamtgewicht des Fahrrads senken, argumentieren Hersteller und Fahrradhändler gern. Wer sein Rad täglich über die Treppe in den Keller tragen muss, weiß zu schätzen, wenn es nur 13 statt 18 Kilogramm wiegt.

In dieser Gewichtsspanne bewegen sich die geprüften Modelle. Den Leichtge­wichten fehlen allerdings meist auch die Federgabel und die gefederte Sattelstütze. Gewicht wird hier also vor allem durch Weglassen eingespart.

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Ansonsten sind die Fahrräder recht üppig ausgestattet. Schutzbleche, Seitenständer und Gepäckträger erhöhen die Alltagstauglichkeit ebenso wie die von der StVZO (Straßenverkehrszulassungsordnung) geforderten Sicherheitsmerkmale wie die Lichtanlage, Reflektoren und eine Glocke. Die Qualität der verbauten Teile fällt freilich sehr unterschiedlich aus.

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